Beethoven-Weg in Floridsdorf
Auf den Spuren von Ludwig van Beethoven

ERÖFFNUNG, SAMSTAG 12. MAI 2007
Nach jahrelanger Vorbereitungszeit wird Ludwig van Beethoven auch im Herzen von Floridsdorf zuteil,
was ihm in anderenorts schon lange zuteil wurde. Die kulturelle Würdigung jenes Teils von Wien, zu
dem er eine wichtige Beziehung unterhielt und wo er sich ab und zu zurückziehen konnte. In Jedlesee.
Am 12. Mai ist es so weit. Der Beethoven-Weg in Floridsdorf wird eröff net und sorgt somit 200 Jahre
später für kulturelle Belebung in Jedlesee.
LOKALE INFORMATION:
Die Donau hat Jedlesee wesentlich geprägt. Ursprünglich war Jedlesee ein Bauernund
Fischerdorf im Augebiet der Donau. Zahlreiche Donauarme befanden sich im
heutigen Siedlungsgebiet. Am westlichen Ortsrand führte die „Schwarze Lacke“
vorbei, die sich bei Donauhochwasser in einen reißenden Seitenarm des Stromes
verwandelte. Durch die Gründung einer Überfuhr über den Donaustrom gewann
Jedlesee an Bedeutung. Noch heute erinnert die Überfuhrstraße daran.
BEETHOVEN INFORMATION:
Ludwig van Beethoven, der Anfang des 19. Jahrhunderts regelmäßig die Stadt Wien
verließ und in den Vororten der Stadt die warmen Sommertage verbrachte, hatte in
Nussdorf und Grinzing verschiedene Wohnstätten gefunden. Durch seine Bekanntschaft
mit Gräfi n Erdödy erhielt er die Einladung auf ihr neu erworbenes „Landgut
zu Jedlersee“ zu kommen. Beethoven wollte von Nussdorf nicht den weiten Umwegüber die Donaubrücke über den Prater nehmen und entschied sich für die kürzeste
Strecke, für die Überfuhr zwischen Jedlesee und Nussdorf.

Beethoven-Weg in Floridsdorf Folder
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BEETHOVEN-WEG INFORMATION:
Der Beethoven-Weg möchte an die zahlreichen Besuche Ludwig van Beethovens in Jedlesee erinnern, da zahlreiche seiner Werke in der einzigen Beethoven-Gedenkstätte Wiens entstanden sind. Durch musikalische, kulinarische und kulturelle Angebote entlang dieses Kulturweges soll das Schaff en Beethovens nachhaltig gewürdigt werden. Entlang des Weges werden vom Künstler Mafred Satke entworfene, und von Ing. Josef Frantsits hergestellte, vier Meter hohe Skulpturen aufgestellt, welche die Form von abgebrochenen Stimmgabeln aufweisen. Die Skulpturen sorgen dafür, die die Attraktivität und Anziehungskraft im Herzen unseres Bezirkes weiter zu erhöhen. Die Finanzierung dieses Kulturweges ist eine Privatinitiative engagierter Floridsdorfer Kulturliebhaber und Sponsoren. Auch Sie können diese Initiative weiterhin auf vielfältige Weise unterstützen. Durch Ihre persönliche Mitarbeit, oder als offi zieller Unterstützer und Sponsor leisten Sie damit einen wertvollen Beitrag zum kulturellen
Schaff en in Jedlesee.
Informationen über den Beethovenweg erhalten Sie auf www.beethovenweg.at, bei den Obmännern der Kulturvereine„Team 21“, Mag. Karl Zillinger, Tel.: 0699 1 922 51 03, e-Mail: offi ce@zillinger4vienna.at, Internet: www.
zillinger4vienna.at, Spendenkonto: Raiff eisen Landesbank Wien, Konto Nr.: 1-05.626.577, BLZ 32000. sowie bei „Schnittpunkt Jedlesee“, Mag. Franz Nahrada, Jedleseer Straße 75, 1210 Wien, e-Mail: f.nahrada@refl ex.at. Spendenkonto: Raiffeisen Landesbank Wien, Konto Nr. 1-02.588.051, BLZ 32000.
Die Stationen des Beethoven-Weges
Bezirksmuseum
Zur Zeit Beethovens, Anfang des 19. Jahrhunderts befanden
sich nur wenige Häuser entlang der Straße von
der Reichshauptstadt Wien nach Böhmen und Mähren.
Einige Gasthäuser versorgten die Reisenden auf ihrem
Weg über die zahlreichen Donauarme nach Prag. 1901
errichtete die Familie Mautner das heute bestehende Gebäude als
Wohnhaus. Seit 1960 befi ndet sich hier das Bezirksmuseum, das einen Überblick über die Geschichte Floridsdorf bietet.
Karl Seitz- Hof
Als Beethoven am Beginn des 19. Jahrhunderts nach
Jedlesee reiste, war dieses Gebiet eine Viehweide und gehörte
teilweise zu Jedlersdorf. Später, nach der Donauregulierung,
begannen sich viele „Gastarbeiter“ und Industrien
hier außerhalb der historischen Ortskerne anzusiedeln. 1925
wurde mit dem Bau des ersten Teiles unter dem Architekten Hubert
Gessner (Otto Wagner-Schule) begonnen, der durch den „Volkswohnungspalast“
die soziale Kraft von städtischen Blockbauten demonstrieren
wollte.
Beethoven-Gedenkstätte
Nachweislich besuchte Ludwig van Beethoven die
kunstsinnige Gräfi n in Jedlesee mehrmals im Jahre
1815. Diese hatte das Landgut 1809 erworben und welches
damals schon ein Ort der kulturellen Begegnung
war.
Heute ist das Gebäude die einzige Wiener Beethoven-Gedenkstätte
links der Donau. Der Verein der Freunde der Gedenkstätte, gegründet
1971, setzt die Tradition des Hauses mit Konzerten und Vorträgen bis
zum heutigen Tag fort.
Pfarrkirche Jedlesee mit Herrschaftshaus
Beethoven in Floridsdorf: Beethoven liebte bei seinen
Besuchen im Landgut der Gräfi n Erdödy die Spaziergänge
durch den Auwald und die später als „Englische
Gärten“ bezeichnete Gartenanlage des Herrschaftssitzes
vom Leibarzt Maria Theresias, Anton
Freiherr von Störck. Die Landschaft und die Natur
inspirierten Beethoven zu seinen zahlreichen Naturkompositionen,
wie die 6. Symphonie, der „Pastorale“. Der Ursprung der heutigen Pfarrkirche von Jedlesee geht auf eine 1713
erbaute Maria Loretto Kapelle zurück. 1778 erwarb der Leibarzt Maria
Theresias, Anton Freiherr von Störck, die Herrschaft Jedlesee und ließ
ab 1779 ein Langhaus an die Loretto-Kapelle anbauen. Gleichzeitig
errichtete er das heutige Herrschaftsgebäude, welches aufgrund der
Nahebeziehung des Eigentümers, zu Maria Theresia, den Spitznamen „Maria Theresien-Schlössl“ erhielt.
Aupark und O´ Brien Denkmal
Der Aupark Jedlesee ist nach der Donauregulierung
eine der letzten naturnahen Grünoasen in Floridsdorf.
Das O‘Brien Denkamal am Eingang des Auparks erinnert
an Generalmajor Johann Freiherr von O‘Brien, der
mit nur wenigen österreichischen Soldaten die Franzosen
zum Rückzug zwingen konnte und und damit die
Voraussetzungen für den Sieg von von Erzherzog Karl
bei Aspern schaffte.
Beethoven genoß die Spaziergänge durch den Auwald, sie waren für
ihn eine willkommene Abwechslung zum Stadtleben in Wien.
Donauinsel/Kirschenhain
Jedlesee wurde 1014 erstmals urkundlich erwähnt.
Damit ist dieser Bezirksteil der älteste urkundlich erwähnte
Bezirksteil Floridsdorf. Ursprünglich war Jedlesee
ein Bauern- und Fischerdorf im Augebiet der
Donau. Zahlreiche Donauarme befanden sich im heutigen
Siedlungsgebiet. Am westlichen Ortsrand die „Schwarze Lacke“,
die sich bei Hochwasser in einen reißenden Seitenarm des Stromes
verwandelte. Durch die Gründung einer Überfuhr über den Donaustrom
gewann Jedlesee an Bedeutung.
Ludwig van Beethoven verbrachte die Sommermonate bevorzugt in
den Vororten Wiens, Anfang des 19. Jahrhunderts sehr oft in Nussdorf.
Durch seine Bekanntschaft mit Gräfi n Erdödy erhielt er ab 1809 die
Einladung auf ihr neu erworbenes „Landgut zu Jedlersee“ zu kommen.
Beethoven wählte dazu nicht den normalen Weg mit dem Wagen über Leopoldstadt, sondern den direkten Weg mit der Überfuhr
zwischen Nussdorf und Jedlesee.